Sozialversicherung · Spanien
Reclamación de deuda — die Seguridad Social fordert offene Beiträge
Eine förmliche Forderung der TGSS über unbezahlte Sozialversicherungsbeiträge — oft eine autónomo-Quote, deren Lastschrift scheiterte. Der Brief nennt Hauptforderung plus Zuschlag und öffnet ein festes Zahlungsfenster.
Wie ernst: Handeln nötigAuch bekannt als: reclamación de deuda TGSS, deuda con la Seguridad Social, reclamación de cuotas
Die reclamación de deuda ist eine förmliche Zahlungsaufforderung für offene Sozialversicherungsbeiträge — typischerweise die Monatsquote eines autónomo, die per Lastschrift nicht eingezogen werden konnte, oder unbezahlte cotizaciones eines Arbeitgebers.
Sie nennt die Hauptforderung plus den gesetzlichen Zuschlag und öffnet ein festes Zahlungsfenster. Es ist die Stufe vor der TGSS-eigenen providencia de apremio.
Anders als bei Steuerschulden ist die Zuschlags-Eskalation hier steil: bis zu 35 %, sobald das Fenster der reclamación schließt.
Wer ihn verschickt
Die Tesorería General de la Seguridad Social (TGSS) — die Kasse des spanischen Sozialversicherungssystems. Sie zieht die monatlichen Beiträge (cuotas) von Arbeitgebern und Selbstständigen (autónomos) ein.
Briefkopf der Tesorería General de la Seguridad Social (Ministerio de Inclusión, Seguridad Social y Migraciones); Titel 'RECLAMACIÓN DE DEUDA'; listet das régimen (z. B. RETA für autónomos), die geschuldeten Zeiträume, Hauptforderung, recargo-Prozentsatz und die Zahlungsfrist; wird an autónomos und Firmen meist elektronisch zugestellt (SEDESS/DEHú), da sie zum elektronischen Kanal verpflichtet sind.
Die Frist
Nach LGSS art. 33.3, gerechnet ab dem Datum der Zustellung: Zustellung zwischen dem 1. und 15. eines Monats → Zahlung bis zum 5. des Folgemonats; Zustellung zwischen dem 16. und Monatsende → bis zum 20. des Folgemonats.
Wenn Sie nichts tun
Verstreicht das Fenster der reclamación ohne Zahlung, springt der recargo auf 35 % der Schuld (LGSS art. 30.1.b.2º — für Quoten, die die TGSS selbst festsetzen musste; 20 % gelten bei Zahlung vor Fensterschluss). Sobald die reclamación bestandskräftig ist, erlässt die TGSS eine providencia de apremio zur Vermögenspfändung (LGSS art. 38.1). Zusätzlich werden Zinsen fällig.
Wie es eskaliert
- 01Der recargo eskaliert nach LGSS art. 30 (10 %/20 % für erklärte, aber unbezahlte Quoten; 20 % → 35 % für reklamierte Schulden nach Schluss des reclamación-Fensters).
- 02Providencia de apremio (LGSS art. 38.1) mit einer letzten 15-Tage-Warnung vor dem embargo.
- 03Embargo von Bankkonten, Einkommen und Eigentum durch die Unidad de Recaudación Ejecutiva (LGSS art. 38.5).
- 04Für autónomos kann anhaltende Nichtzahlung auch Leistungsansprüche berühren, die voraussetzen, mit den Beiträgen auf dem Laufenden zu sein ('estar al corriente').
Häufige Fragen
Wie schnell steigt der Zuschlag?
Nach Schluss des Zahlungsfensters der reclamación springt er auf 35 % (LGSS art. 30.1.b.2º); wer vor Fensterschluss zahlt, bleibt bei 20 %.
Stoppt ein Widerspruch die Beitreibung?
Der recurso de alzada setzt die Beitreibung nur aus, wenn die Schuld mit aval gesichert oder ihr Betrag hinterlegt wird (LGSS art. 33.5).
Warum kam der Brief elektronisch?
Autónomos und Firmen sind zum elektronischen Kanal verpflichtet; die Zustellung läuft über SEDESS/DEHú.
Was kommt nach der reclamación, wenn nichts passiert?
Die providencia de apremio mit einer letzten 15-Tage-Warnung, danach der embargo durch die Unidad de Recaudación Ejecutiva (LGSS art. 38).
Quellen
Fakten am 28. August 2026 gegen die unten genannten Quellen geprüft.
- LGSS (RDL 8/2015), art. 33 — reclamaciones de deuda y plazos de ingresooffiziell
- LGSS (RDL 8/2015), art. 30 — recargos por ingreso fuera de plazo (10%/20%/35%)offiziell
- Ley 39/2015, art. 122 — plazo de un mes para el recurso de alzadaoffiziell
- Infoautónomos — Deudas con la Seguridad Social: timeline hasta el embargoergänzend