Steuern · Deutschland
Mahnung des Finanzamts mit Säumniszuschlägen: Was der Rückstand bedeutet
Dieses Schreiben listet unbezahlte Steuern plus Säumniszuschläge auf und setzt ein kurzes letztes Zahlungsfenster. Die Zuschläge sind keine Ermessensstrafe – sie entstehen automatisch kraft Gesetzes, sobald die Fälligkeit überschritten ist.
Wie ernst: Handeln nötigAuch bekannt als: Säumniszuschlag notice, Mahnung über rückständige Steuerbeträge, Kontoauszug/Rückstandsaufstellung des Finanzamts
Absender ist die Erhebungs- bzw. Vollstreckungsstelle Ihres Finanzamts. Das Schreiben stellt die rückständige Steuer und die aufgelaufenen Säumniszuschläge zusammen und nennt einen Zahlungstermin – üblicherweise etwa eine Woche voraus.
Die Säumniszuschläge betragen 1 % je angefangenem Monat auf die auf volle 50 € abgerundete rückständige Steuer (AO §240). Sie entstehen automatisch – die bayerische Steuerverwaltung formuliert: sie „entstehen kraft Gesetzes“. Niemand muss sie erst festsetzen.
Häufig warnt der Brief bereits vor der „Vollstreckung“ als nächstem Schritt – und das Finanzamt kann tatsächlich ohne Gericht vollstrecken.
Wer ihn verschickt
Ihr örtliches Finanzamt – genauer dessen Erhebungs- bzw. Vollstreckungsstelle, die für das Einziehen der Steuern zuständig ist.
Briefkopf des Finanzamts, Wörter wie „Mahnung“ und „Rückstand“, eine Tabelle mit „Steuer“, „Säumniszuschlag“, „fällig seit“, eine Summe „zu zahlender Betrag“ und ein Zahlungstermin etwa eine Woche voraus; oft der Hinweis auf „Vollstreckung“ als nächsten Schritt.
Die Frist
Die Zahlungsfrist der Mahnung beträgt in der Regel eine Woche – AO §259: „mit einer Zahlungsfrist von einer Woche gemahnt“. Sie läuft ab dem Datum der Mahnung bzw. dem darin genannten Zahlungstermin.
Wenn Sie nichts tun
Die Säumniszuschläge wachsen weiter – 1 % des abgerundeten Rückstands je angefangenem Monat (AO §240). Nach der Mahnung darf die Vollstreckungsstelle ohne Gericht vollstrecken: In der Regel werden Rückstände zuerst angemahnt oder die Vollstreckung wird angekündigt, dann folgen die Maßnahmen (lfst.bayern.de) – Pfändung von Lohn und Bankkonten, von beweglichem Vermögen und Immobilien.
Ihr Datum berechnen
Die Regel oben ist das, was das Gesetz vorgibt. Tragen Sie die Daten Ihres eigenen Schreibens ein, und daraus wird ein Datum.
Diese Frist nicht verpassen
Wir erinnern Sie per E-Mail 7, 3 und 1 Tag vorher und am Tag selbst — um 9:00 Uhr Ihrer Zeit.
Wir speichern nur, was die Erinnerung braucht — Art, Daten, Absender — verschlüsselt. Jederzeit löschbar.
Wie es eskaliert
- 01Die Zuschläge laufen monatlich weiter auf (AO §240).
- 02Vollstreckungsankündigung oder direktes Tätigwerden der Vollstreckungsstelle (lfst.bayern.de; AO §259).
- 03Behördliche Pfändung von Bankkonto oder Lohn per Pfändungsverfügung – ohne Beteiligung eines Gerichts (AO §309).
- 04Pfändung beweglicher Sachen und Vollstreckung in Immobilien (lfst.bayern.de).
So antworten Sie
Mögliche Antworten
- Zahlung bestätigenZahlungsnachweis / Mitteilung über bereits erfolgte Zahlung
- Widerspruch einlegenAntrag auf Erteilung eines Abrechnungsbescheids (und Einspruch gegen den Abrechnungsbescheid) · § 218 Abs. 2 AO (Abrechnungsbescheid); §§ 347, 355, 357 AO (Einspruch dagegen)
- Ratenzahlung beantragenAntrag auf Stundung / Ratenzahlung · § 222 AOFormular: Keine bundeseinheitliche Vordrucknummer; jede Landesfinanzverwaltung veröffentlicht ihren eigenen Stundungsantrag
- Um Klärung bittenAntrag auf Erlass der Säumniszuschläge (Billigkeitserlass) · § 227 AO
Wohin und wie
- Brief / Postweg
- Einschreiben (Übergabe-Einschreiben / Einschreiben mit Rückschein)
- Telefax
- Mein ELSTER — Formular „Einspruch“
- beA / beBPo (besonderes elektronisches Anwaltspostfach / Behördenpostfach)
- Einfache E-Mail
- De-Mail
- Erklärung zur Niederschrift bei der Behörde
- Telefon
Damit es zählt
Fristwahrend ist eine Reaktion nur, wenn sie vor Fristablauf tatsächlich bei der Behörde EINGEGANGEN ist (Eingang/Zugang) — das Datum der Aufgabe zur Post oder der Poststempel ist unerheblich. Ausnahme: Ein beim falschen Finanzamt eingelegter Einspruch wahrt die Frist nach §357(2) AO; und eine versäumte Frist kann durch Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach §110 AO geheilt werden, wenn die Person ohne Verschulden gehindert war (Antrag innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses, die versäumte Handlung ist zugleich nachzuholen; absolute Grenze ein Jahr).
Häufige Fragen
Kann das Finanzamt wirklich ohne Gericht pfänden?
Ja. Das Finanzamt vollstreckt selbst: Konto oder Lohn werden per behördlicher Pfändungsverfügung gepfändet, ohne dass ein Gericht beteiligt ist (AO §309).
Kann der Säumniszuschlag noch verhindert werden?
Die bereits entstandenen Zuschläge sind kraft Gesetzes entstanden (AO §240). Weitere kommen mit jedem angefangenen Monat des Rückstands hinzu, solange nicht gezahlt ist.
Wie viel Zeit bleibt nach dieser Mahnung?
Die Zahlungsfrist der Mahnung beträgt in der Regel eine Woche (AO §259).
Quellen
Fakten am 28. August 2026 gegen die unten genannten Quellen geprüft.
- AO §240 Säumniszuschlägeoffiziell
- AO §259 Mahnungoffiziell
- Bayerisches Landesamt für Steuern: FAQ Steuerzahlungoffiziell
- AO §309 Pfändung einer Geldforderungoffiziell