Steuern · Deutschland
Androhung eines Zwangsgeldes: Druckmittel – noch nicht das Zwangsgeld selbst
Diese Androhung ist die schriftliche Warnung, dass ein Zwangsgeld in bestimmter Höhe festgesetzt wird, falls eine Pflicht – typischerweise die Abgabe einer Steuererklärung – nicht bis zu einer gesetzten Frist erfüllt wird. Es ist ein Druckmittel, noch keine Zahlungspflicht.
Wie ernst: Handeln nötigAuch bekannt als: Zwangsgeldfestsetzung (the follow-up), Androhung von Zwangsmitteln
Die Behörde verlangt eine konkrete Handlung – meist die Abgabe einer Steuererklärung – und droht für den Fall der Nichterfüllung ein Zwangsgeld in bezifferter Höhe an. Das Gesetz verlangt für die Androhung die Schriftform, eine angemessene Frist und einen festen Betrag (AO §332).
Ein einzelnes Zwangsgeld darf 25.000 € nicht übersteigen (AO §329).
Wichtig ist die Unterscheidung: Die Androhung ist noch nicht die Festsetzung. Erst wenn die Frist verstreicht, ohne dass die Pflicht erfüllt wurde, setzt die Behörde das angedrohte Zwangsgeld fest (AO §333).
Wer ihn verschickt
Die Behörde, deren Anordnung nicht befolgt wurde – meist das Finanzamt, etwa um eine fehlende Steuererklärung zu erzwingen. Dasselbe Instrument existiert für andere Behörden nach den Verwaltungsvollstreckungsgesetzen der Länder.
Behördenbriefkopf, ein Betreff wie „Androhung eines Zwangsgeldes“, die genaue Pflicht (z. B. „Abgabe der Einkommensteuererklärung 2025“), eine Frist und ein konkreter Betrag („wird ein Zwangsgeld in Höhe von … € angedroht“).
Die Frist
Maßgeblich ist die individuell im Brief gesetzte Frist – das Gesetz verlangt dafür „eine angemessene Frist“ zur Erfüllung der Pflicht (AO §332). Sie läuft ab der Bekanntgabe der Androhung; das Datum steht im Schreiben selbst.
Wenn Sie nichts tun
Wird die Pflicht nicht innerhalb der Frist erfüllt, setzt die Behörde das angedrohte Zwangsgeld fest – AO §333: „so setzt die Finanzbehörde das Zwangsmittel fest“. Das Zwangsgeld wird dann wie eine Steuerschuld eingezogen, die ursprüngliche Pflicht bleibt bestehen, und ein neues Zwangsgeld darf angedroht werden, sobald das erste erfolglos war (AO §332: „Eine neue Androhung wegen derselben Verpflichtung ist erst dann zulässig, wenn das zunächst angedrohte Zwangsmittel erfolglos ist“).
Ihr Datum berechnen
Die Regel oben ist das, was das Gesetz vorgibt. Tragen Sie die Daten Ihres eigenen Schreibens ein, und daraus wird ein Datum.
Diese Frist nicht verpassen
Wir erinnern Sie per E-Mail 7, 3 und 1 Tag vorher und am Tag selbst — um 9:00 Uhr Ihrer Zeit.
Wir speichern nur, was die Erinnerung braucht — Art, Daten, Absender — verschlüsselt. Jederzeit löschbar.
Wie es eskaliert
- 01Das Zwangsgeld wird förmlich festgesetzt (Festsetzung, AO §333) und wird zahlbar.
- 02Es wird wie andere öffentlich-rechtliche Geldforderungen vollstreckt (Mahnung, dann Pfändung – AO §259, §309).
- 03Die zugrunde liegende Pflicht (z. B. die Abgabe der Erklärung) besteht weiter; ein weiteres Zwangsgeld kann angedroht werden, sobald das erste erfolglos war (AO §332; bis zu 25.000 € je Zwangsgeld, AO §329).
- 04Bei fehlenden Steuererklärungen kann das Finanzamt zusätzlich die Steuer schätzen (AO §162) – die Abgabepflicht überdauert auch das (AO §149).
So antworten Sie
Mögliche Antworten
- Empfang bestätigenErfüllung der angedrohten Verpflichtung (Vornahme der geforderten Handlung) · § 333 AO (Festsetzung nur, wenn die Pflicht nicht fristgerecht erfüllt wird)Formular: Der vorgeschriebene Vordruck für die geforderte Handlung — bei einer fehlenden Erklärung der amtliche Erklärungsvordruck, über Mein ELSTER übermittelt, wo die elektronische Abgabe Pflicht ist
- Fristverlängerung beantragenAntrag auf Fristverlängerung · § 109 AO
- Widerspruch einlegenEinspruch gegen die Zwangsgeldandrohung · § 347 Abs. 1 Nr. 2 AO i. V. m. §§ 355, 357 AO
- Um Klärung bittenMitteilung der Unmöglichkeit oder der falschen Adressierung · § 332 AO (Androhung für eine bestimmte Pflicht)
Wohin und wie
- Brief an die Behörde, die den Bescheid erlassen hat
- Einschreiben (Übergabe-Einschreiben / Einschreiben mit Rückschein)
- Telefax
- Erklärung zur Niederschrift bei der Behörde
- Elektronische Form nach §3a Abs. 2 VwVfG / Nutzerkonto nach §9a Abs. 5 OZG — bei einem Finanzamt auch Mein ELSTER
- Einfache E-Mail
- Telefon
Damit es zählt
Eine Antwort ist nur dann fristgerecht, wenn sie die Behörde erreicht hat, die den Bescheid erlassen hat. Wo ein Widerspruchsverfahren stattfindet, gibt §70(1) VwGO einen Monat ab Bekanntgabe und lässt den Widerspruch schriftlich, in elektronischer Form nach §3a(2) VwVfG, in den schriftformersetzenden Wegen des §3a(3) VwVfG und §9a(5) OZG oder zur Niederschrift bei der Behörde zu; die Frist ist auch gewahrt, wenn die Einlegung bei der Behörde erfolgt, die über den Widerspruch zu entscheiden hätte. Mehrere Länder haben das Widerspruchsverfahren für einzelne Materien abgeschafft, daher sagt die Rechtsbehelfsbelehrung auf dem Schreiben — nicht die allgemeine Regel —, ob als Nächstes ein Widerspruch oder eine Klage kommt. Das Absendedatum wahrt nichts. Eine versäumte Frist heilt §32 VwVfG: zwei Wochen ab Wegfall des Hindernisses, die versäumte Handlung ist darin nachzuholen, und nach einem Jahr seit Fristende ist der Antrag außer bei höherer Gewalt überhaupt nicht mehr möglich.
Häufige Fragen
Muss ich das angedrohte Zwangsgeld jetzt zahlen?
Nein. Die Androhung ist noch keine Festsetzung. Erst wenn die Frist ohne Erfüllung der Pflicht verstreicht, wird das Zwangsgeld festgesetzt (AO §333).
Was passiert, wenn ich die Pflicht rechtzeitig erfülle?
Dann darf das Zwangsgeld nicht festgesetzt werden – die Androhung ist an die Nichterfüllung geknüpft (AO §333).
Wie hoch kann ein Zwangsgeld werden?
Ein einzelnes Zwangsgeld darf 25.000 € nicht übersteigen (AO §329). Nach einem erfolglosen Zwangsgeld darf wegen derselben Pflicht ein neues angedroht werden (AO §332).
Quellen
Fakten am 28. August 2026 gegen die unten genannten Quellen geprüft.
- AO §328 Zwangsmitteloffiziell
- AO §329 Zwangsgeldoffiziell
- AO §332 Androhung der Zwangsmitteloffiziell
- AO §333 Festsetzung der Zwangsmitteloffiziell